|
Das Paradiesvon Thomas DienerEs waren einmal Menschen und sie träumten von einer besseren Welt. Da gab es aber andere, die waren sehr mächtig und denen gefiel es, so wie es war. Daher waren unsere Menschen unglücklich. Sie fühlten sich unverstanden und allein. Einige kamen zusammen: "Wir gründen ein Netzwerk, so sind wir gemeinsam. Die Zeit ist reif. Die Zeit wird es richten und wir werden schlussendlich recht behalten," sagten sie. So entstanden viele Netzwerke und alle hatten sie recht. Denn, wer konnte schon etwas dagegen haben, dass die Welt besser werde. Niemand war gegen den Weltfrieden und auch gegen Umweltschutz und Spiritualität gibt es nicht viel einzuwenden. Aber die Netze blieben klein und die Menschen grämten sich. Bei uns ist es doch so schön und wer für den Weltfrieden ist, sollte unsere Lichterkette mit tragen oder unsere Zeitung lesen. Wenn wir nur ein Promille der Menschen mit unserer Arbeit erreichen könnten, das Paradies läge vor der Tür. Aber es gab so viele Netzwerke und das Paradies wusste nicht vor welche Türe es sich legen sollte. Also lümmelte es noch ein bisschen an der Sonne rum. So hatten die Menschen viel zu tun und manchmal wurden sie richtig böse darüber, dass sie die ganze Arbeit allein machen mussten. Meist jedoch versteckten sie den Unmut hinter einem weisen Lächeln. Da hatte einer eine grossartige Idee: "Wir gründen ein Netzwerk der Netzwerke und die Mächtigen werden das fürchten lernen!". Und so reihte sich das Netzwerk der Netzwerke in die lange Liste der Netzwerke ein und auch als das Netzwerk der Netzwerk-Netzwerke entstand kümmerte das wenig. Das Leben ging weiter. Es kann nicht anders, denn Leben ist Entwicklung und schliesslich kam das Paradies. Wie immer auf leisen Pfoten und viele unserer kleinen Netzwerke merkten es nicht. Sie waren viel zu beschäftigt und wer sehr geschäftig ist, übersieht gerne das Wesentliche. Sie merkten nicht einmal, dass sie etwas dazu beigetragen hatten, dass das Paradies kam. Sie hatten sich nämlich in ihren eigenen kleinen Netzwerken gestritten, gezankt und wieder versöhnt, sie hatten Konflikte ausgetragen und sich gehasst und geliebt. Genau das aber ist der Schauplatz, auf dem sich die Entwicklung der Welt vollzieht. Das Schlimmste aber war: Wer ins Paradies eintrat, lachte mit den Göttern. Unsere aktiven Menschen jedoch glaubten sich ausgelacht. So wurde im Paradies sofort wieder der Same der Zwietracht gesät und es zog sich augenblicklich hinter jenen Nebel zurück, den nur die Mystiker genauer zu kennen glaubten. |
ServiceBeratungKurseAngebote für TeamsKontakt |